Wappen vom Freundeskreises

Freundeskreis
Nolay/Pfeddersheim e.V.

Großes Partnerschaftsfest in Nolay

Übersetzen nicht nötig

Pfeddersheim feiert 60 Jahre Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Nolay. Die beiden Städte verbindet der Weinbau – und eine tiefgehende Freundschaft.

Bild vom Besuch im Mai 2026Als am Sonntagmittag auf dem Pfeddersheimer Kirchplatz die deutsche und die französische Nationalhymne angestimmt wurden, stießen Gäste mit Wein der Pfeddersheimer Winzer an, lachten miteinander und wechselten mühelos zwischen beiden Sprachen. In Pfeddersheim nichts Ungewöhnliches, denn bereits seit 60 Jahren genießt der Stadtteil eine enge Partnerschaft mit der französischen Ortschaft Nolay. Und das musste natürlich ausgelassen gefeiert werden. Entstanden ist die Partnerschaft in einer Zeit, in der Europa noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs litt. Dass daraus noch über Jahrzehnte hinweg Freundschaften entstanden sind, war bei der Matinée zum Jubiläum deutlich spürbar.

137 Gäste hatten sich für die Veranstaltung angemeldet, darunter 40 Besucher aus Nolay sowie Vertreter aus der Politik. Sie reisten gemeinsam mit ihren Familien sowie ihrem Bürgermeister Jérôme Flache und ihrem ehemaligen Bürgermeister Jean-Pascal Monin an. Während ihres Aufenthalts waren sie bei Gastfamilien untergebracht, was den persönlichen Austausch zusätzlich stärkte. Genau darin läge bis heute ein wichtiger Teil dieser Partnerschaft, weiß Ortsvorsteher Jens Thill: „Nämlich in privaten Begegnungen, gemeinsamen Essen, Gesprächen und langjährigen Bekanntschaften.“

Nolay und Pfeddersheim verbinden die Weinberge

Ins Leben gerufen wurde die Verbindung im Jahr 1966 von den damaligen Bürgermeistern Heinrich Schmitt aus Pfeddersheim und Georges Rave aus Nolay. Der Hintergrund war die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Krieg. Viele Städte und Gemeinden gingen damals bewusst Partnerschaften ein, um Vertrauen zwischen den beiden Ländern aufzubauen. Und dass ausgerechnet Nolay und Pfeddersheim zueinanderfanden, hatte mehrere Gründe: Unter anderem sind beide Orte vom Weinbau geprägt, liegen in von Weinbergen geprägten Landschaften und besitzen historische Ortskerne.

Bild vom Besuch im Mai 2026Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Partnerschaft immer weiter und brachte Vereinsfahrten, Schüleraustausche, gegenseitige Besuche und gemeinsame Feste mit sich. Diese Aktivitäten sind für Jung und Alt mit viel Freude verbunden und nicht nur dem Zweck dienend, die Verbindung nicht einschlafen zu lassen. Dass solche Partnerschaften heute keineswegs selbstverständlich sind, wurde während der Veranstaltung mehrfach angesprochen. Holker Pfannebecker, Vorsitzender des Freundeskreis Nolay/Pfeddersheim und Partnerschaftsbeauftragter, erinnerte daran, dass Europa derzeit politisch und wirtschaftlich unter Druck stehe. Gerade deshalb seien persönliche Kontakte wichtiger denn je. „Ich habe einen Traum“, richtete er sich an die Besucher. „Heute und für die Zukunft kennen sich die Bürger aus Frankreich und Deutschland, und sie lieben sich. Aufgrund der Demokratie wechseln zwar die Personen, aber der Gedanke bleibt.“

Auch Pfeddersheims Ortsvorsteher Jens Thill machte deutlich, dass Städtepartnerschaften aus seiner Sicht kein Relikt vergangener Jahrzehnte sind. „60 Jahre Städtepartnerschaft sind mehr als nur eine Zahl“, betont er. „Es sind bis jetzt sechs Jahrzehnte voller Begegnungen, gemeinsam geschaffener Erinnerungen und gegenseitigen Vertrauens gewesen.“ Besonders hob er die Menschen hervor, die die Verbindung über die Jahrzehnte hinweg aktiv getragen haben. „Eure Anwesenheit macht deutlich, dass unsere Partnerschaft lebt.“

Deutsch-französische Freundschaften über Generationen

Bild vom Besuch im Mai 2026Die Verbindung und das deutsch-französische Interesse zueinander zeigten sich auch darin, dass zwar jedes Wort, welches auf der Bühne gesprochen wurde, von Carine Darnault ins Französische übersetzt wurde, dies jedoch bei vielen scheinbar nicht nötig war, da sie beider Sprachen mächtig sind. Viele wechselten in ihren Gesprächen untereinander teils fließend zwischen den Sprachen. Ebenso viele kennen sich bereits seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten. Aus diesen Begegnungen sind Freundschaften entstanden, teilweise auch über mehrere Generationen hinweg. Viele Begegnungen wirken dadurch weniger wie ein Besuch und mehr wie ein Wiedersehen, bei dem sich Gespräche ganz selbstverständlich fortsetzen, unabhängig davon, wie lange die letzte Reise zurückliegt.

Was an diesem Tag ebenfalls sichtbar wurde, war vor allem die gewachsene Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Aus einer einst politischen Idee ist über Jahrzehnte ein persönliches Miteinander geworden, von Menschen, die sich kennen, aufeinander zugehen, Geschichten austauschen, gemeinsam lachen und diese Verbindung jedes Jahr aufs Neue mit Leben füllen.

Christopher Wirthwein (Wormser Zeitung vom 27.05.2026)
Bilder: Bernhard Steinke, Torsten Brand, Pierre Bacus und die Teilnehmer des Besuchs

Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Bild Begrüßung in Worms

Stadtführung in Worms

Bild Stadtführung in Worms

Bild Stadtführung in Worms

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Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Bild Grillfest bei der TSG

Matinée am Sonntag vor der Kirche

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Bild Matinée

Weinprobe

Bild Weinprobe

Bild Weinprobe

Bild Weinprobe

Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild Abschiedsessen

Bild mit allen Teilnehmern in der Paternusschule

Weitere Bilder gibt es hier